Versorgungstrends erkennen, Hilfsmittel verstehen – gemeinsam besser versorgen
Mitmachen, ausprobieren, beraten und vernetzen – das ist das klassische Prinzip der IRMA – Inklusive Reha- und Mobilitätsmesse für Alle, die seit 2012 den norddeutschen Raum als Versorgungsplattform für Anwendende, Verordnende, Beratende sowie Versorgungsexperten aus Therapie und Fachhandel anzieht.
Warum lohnt sich ein Besuch besonders im Blick auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen?
Wir haben uns im Vorfeld der Messe auf dem FOCUS CP rehaKIND-Kongress in Dortmund umgehört und nachgefragt.
Die Experten sind sich einig: Gerade in der Bedarfsermittlung von Kindern und Jugendlichen entscheidet die richtige Hilfsmittellösung früh über Entwicklungschancen und Teilhabe. Das Potential dieser jungen Patientengruppe zu erkennen und individuell zu versorgen, ist eine gemeinsame Aufgabe von Therapierenden und Sanitätshäusern. Für Physio- und Ergotherapeuten sowie den Sanitätsfachhandel liegt der Mehrwert eines Messebesuchs auf der Hand: Marktübersicht, Fortbildungsort und Netzwerkplattform, sind zentrale Schlagworte, die im Gespräch fallen. Abseits des Versorgungsalltags entsteht hier Raum für interdisziplinären Austausch, neue Perspektiven und ein besseres Verständnis für die Bedarfe junger Patientinnen und Patienten. „Die Kombination von fachlichem Austausch und Marktübersicht ist ein unschätzbarer Mehrwert.“, erklärt Tobias Strotmann-Walter, Therapeut und Abteilungsleiter Rehatechnik beim Fachhändler Gehrmeyer in Osnabrück, deshalb ist „die IRMA ein fester Termin in unserem Jahreskalender.“
Therapierende verstehen sich als Coaches
Therapierende übernehmen heute zunehmend eine coachende Rolle im Versorgungsprozess, während der Fachhandel die praktische Umsetzung verantwortet. Beide kennen die Lebenswirklichkeit von Kindern mit Unterstützungsbedarf – und profitieren als Versorgungstandem auf der IRMA vom direkten Austausch mit Herstellern, Familien und anderen Versorgern. Nur im persönlichen Gespräch könne man zeigen, was erklärungsbedürftige Systeme wirklich leisten.
Schuchmann, ebenfalls Ausstellender auf der IRMA und REHAB, präsentiert auf dem rehaKIND-Kongress seine individuellen Hilfsmittel für Kinder. Foto: rehaKIND/Britta Baumann
Die Wirkungsweise von hochspezialisierten Produkten verstehen
Gerade zu hochspezialisierten Produkten wie Kommunikationshilfen oder technischer Unterstützung für Kinder mit Epilepsie sind Messen die Gelegenheit, mit Fachleuten und Endverbrauchern ins Gespräch zu kommen. „Das ist für uns die Gelegenheit, wertvollen Input für deren Beratung, Anpassung und Versorgung zu geben“, erklärt uns Jürgen Kohl von Talk Tools, die als Leistungserbringer Kinder mit individuellen technischen Lösungen versorgen.
Sehr erklärungsbedürftige Systeme – keine Katalogware – erfordern einen engen Austausch zwischen Anbietern, medizinischen Fachkräften, Therapierenden, Pflegenden und Eltern. Für Fachhandel und Fachkräfte aus der Therapie bedeutet das: Produkte können nicht nur gesehen, sondern deren Wirkungsweise verstanden und im Kontext neuer Versorgungstrends eingeordnet werden.
Individuelle Versorgung macht tiefe Produktkenntnis und den direkten Dialog mit Familien notwendig. Jörn Johnsen von Homebrace als Versorger von Hilfsmitteln zur technischen Unterstützung eines selbstbestimmten Lebens weiß:„Die IRMA bietet uns die Gelegenheit, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen und begleitenden Therapeutinnen und Therapeuten sowie verordnenden Ärztinnen und Ärzten zu zeigen, was unsere Produkte leisten können. Kinder zu versorgen, heißt auch, von Beginn an größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen.“
So entsteht ein gemeinsames Verständnis für Versorgungslösungen – von dem der Fachhandel später im Versorgungsalltag unmittelbar profitiert.
Nutzer-Feedback fließt direkt in Weiterentwicklung von Hilfsmitteln ein
Hersteller innovativer Hilfsmittel in den Bereichen Stehen, Sitzen und Mobilität wie die REHATEC GmbH oder Thomashilfen sind sich einig: Der Kontakt zu Nutzenden, Versorgenden und Therapierenden ist entscheidend für die Produktentwicklung.
„Nur vor Ort können wir Interessierten aus dem Fachhandel, Fachleuten aus der Therapie und Familien vom Nutzen neuer Hilfsmittel überzeugen, Feedback einholen und unsere Produkte weiterentwickeln“, erklärt Peter Blatt von REHATEC.
Davon ist auch Dagmar Autzen, Physiotherapeutin an einer Förderschule, überzeugt und möchte ihren IRMA-Besuch gezielt zur Orientierung im Versorgungsmarkt nutzen: „Ich verschaffe mir hier in kurzer Zeit einen Überblick über Produktneuheiten und Versorgungstrends.“, erzählt sie im Gespräch. „Der direkte Austausch mit Herstellenden und Fachhändlern hilft mir, komplexe Hilfsmittel besser zu verstehen. Außerdem kann ich mich von der Kompetenz regionaler Versorger überzeugen und neue Kontakte knüpfen.“
Peter Blatt von REHATEC auf der REHAB 2025. Foto: Messe Karlsruhe / Jürgen Rösner
Fazit aus den Gesprächen
Das Fazit nach unseren Gesprächen ist: Egal ob Physio- und Ergotherapeut, Individualversorger, Fachhändler oder Kinderreha-Spezialist: Auf der IRMA lassen sich Versorgungstrends erkennen, Produktlösungen einordnen und Netzwerke zwischen Therapie, Hersteller und Fachhandel nachhaltig stärken. Hier wird Versorgung erlebbar.
Sehen wir uns vom 18. bis 20.06.2026 in Hamburg?
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